Visionen

Say it in English, please!

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Zur geheimen Freude meinerseits finden sich in der englischsprachigen Wikipedia und der Farlex Enzyklopädie die entsprechenden Artikel zu Eckernförde bereits unter dem vorgeschlagenen EndonymAcornford“. Dies bereits seit dem Jahre 2004. Googelt man weiter nach diesem Begriff, so findet sich danbeben nur noch der Name einer britischen Immobilienfirma (cwi).

El Puerto de Olpenis

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Der SchleiBlog beschäftigt sich regelmäßig mit der Entwicklung rund um die Umnutzung des ehemaligen Marinehafens Olpenitz. Noch unerwähnt blieb übrigens der Vorschlag einer Rückumbenennung: “Olpenitz” kling amtlich preußisch militärisch. Jetzt, da der Hafen Vergnügungs- und Erholungswillige locken soll, wäre vielleicht auch eine “Entmilitarisierung” des Namens andenkbar? Man könnte einfach auf die alte Schreibweise des Ortes zurückgreifen, nämlich “Olpenis“.

Aktuell beschäftigen sich unsere Kollegen mit den dem Fehlen von passenden Investoren für den Port Olpenitz, einem gänzlichen Desinteresse der Reisewirtschaft (mqs).

Der Hauch einer sich schließenden Tür
öffnet auch immer eine neue

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Mit einem traurigen Auge und einem lachenden las ich heute von der Auflösung des Bauschulvereins in der Eckernförder Zeitung. Traurig deshalb, weil ich damit nach der Auflösung der traditionsreichen Einrichtung auch dessen letzten Schatten schwinden sah.

Dann das lachende Auge: genau darauf hat doch die Idee eines “Stadtdenkers” gewartet. Vorbild Flensburg: der dortige Verein “Flensburger Baukultur” kürt jährlich eine Persönlichkeit zum “Stadtdenker”. Im letzten Jahr war es der Tatort-Kommissar Udo Wachtveitl. Im Kreis der freischaffenden Architekturkritiker und -denker sind Künstler aller Couleur, Designer, Schriftsteller, Fotografen, die über ein Jahr lang den architektonischen Bestand aufnehmen und aus ihrer Sicht Anregungen für Zukünftiges geben. Denn auch wenn sich die Architektur mitunter selbst die Krone der “Mütter aller Künste” aufsetzt, so gibt es doch auch stets den Reigen der anderen Musen.

Es ist nicht meine Idee, sich dies auch für Eckernförde zu wünschen, aber ich denke, genau jetzt könnte der Zeitpunkt für eine entsprechende Stiftung oder einen Verein sein, der diese Idee des Stadtdenkers mit dem Etat des Bauschulvereins realisiert. Das wäre aus meiner Sicht eine “würdige Nachfolge” (cwi).

Gute alte Altkreis-Zeiten?

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Wieder einmal ein Beitrag mit reichlich visionärem Einschlag. Nennen Sie es auch gerne “versponnen”. Können Sie sich noch an die Gebietsreform Anno ’70 erinnern? Damals, als sich Rendsburg und Eckernförde näherkamen. Nicht geografisch, aber gebieterisch. Damals entstand der sogenannte “Kreis Rendsburg-Eckernförde“. Rein rechnerisch habe ich damals zwar schon gelebt, die genauen Gründe und Hintergründe sind mir leider nicht mehr bekannt. Ich möchte mal mutmaßen, dass das ganze unter einem “Kostenaspekt” geschah. Oder wollte man dem Rendsburgischen Brudervolk nur einen direkten Zugang zum Meer gewähren?

Emotional sind die beiden Städte aus meiner Sicht aber seither nicht zusammengewachsen. Geest blieb Geest und Küste Küste. Bis heute hat die “Vereinigung” von damals immer noch einen nur “technischen Aspekt”, keinen emotionalen. Auch vermarkten lassen Sie die beiden als Einheit kaum. Nicht touristisch und so wirklich überzeugend auch nicht in wirtschaftlicher Hinsicht. Hätte der Kaiser-Wilhelm-Kanal damals einen anderen Weg genommen, wäre das auch heute vielleicht anders. Oder gehe ich da fehl? Wäre es nicht für’s Stadt- und Gebietsmarketing in bezug auf Eckernförde nicht praktischer, spräche man mehr von Eckernförde und dem “Eckernförder Land” o.ä.? Trüge ein Kennzeichen “ECK” nicht den guten Ruf, den Eckernförde in der Tat allerorten hat, wieder in die bundesdeutsche Welt hinaus? Ach, wie gern hätt’ ich wieder dies Kennzeichen! Träumt jemand mit? (mqs)

Der Welt zugewandt, die Heimat im Rücken

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Grasiger Hügel bei Goosefeld

Europa wächst zusammen, die Welt ist ein Dorf und Englisch die Weltsprache des Tratsches: We speak English. At least, bis auf gewisse Greise und gewisse Kreise ist es doch diejenige Sprache, auf der die tektonischen Platten der Weltkulturen heute zu schwimmen scheinen. Wofür es heute keinen englischsprachigen Begriff gibt, das existiert in der Welt dieser Sprache eigentlich auch nicht. Und, es ist eine große Welt. Dies anzumerken sei mir gestattet.

Nun, diese scheinbar sprachliche Fremdherrschaft können wir beklagen. An passender Stelle sollten wir dies tun. Bis dahin würde es sich möglicherweise auszahlen, wenn wir behutsam darauf acht gäben und es als eine der Künste der Gastfreundschaft empfänden, unseren Gästen sprachlich entgegenzukommen. Und sei es nur in wenigen, wesentlichen Begrifflichkeiten.

All dies vorweg geschickt habend, möchte ich die Lanze des Tages für den nun folgenden Vorschlag brechen: Lasst uns für die Namen der Landschaften, in denen wir leben, angelsächsische Namseln finden. Vielleicht fällt uns dies umso leichter, als gerade wir, im weitergefassten Sinne, als das Herkunftsland der Angeln und Sachsen gelten.

Eckernförde

Die Bezeichnung für diesen Ort an der Furt zwischen Borby und dem Flachsand auf dessen jenseitigem Ufer reicht weit zurück. Entsprechendes können wir den einschlägigen Nachschlagewerken und Histörchen, die es hierzu bis ins Netz geschafft haben, entnehmen.

Am einschlägigsten empfinde ich an dieser Stelle das auch lautmalerisch eingängigste: es wäre dies, vorschlagsweise, die Bezeichnung als “Acornford“. Das klingt englisch. Das klingt, wie mitten aus einer angelsächsischen Grafschaft entlehnt, das klingt, als wäre es unverrückbar in Hampshire, Anglia oder Swansea verortet.

Schwansen

Womit wir die offenbar glücklichste Überleitung zum nächsten Begriff haben. Das Land im Norden, das mit Karby als dem Kirchdorf seit Alters her “Schwansen”, “Swantze” oder ähnlich heißt, hat kaum zu leugnende lautmalerische Ähnlichkeiten mit dem eben erwähnten Swansea von jenseits des Kanals. Tiefes Tauchen in der Namensgeschichte dieser englischen Landschaft einmal großzügig vorweggenommen, halte ich selbst eine Verbindung, oder mindestens einen gemeinsamen sprachlichen Ursprung beider, für wahrscheinlich. Dies also mein Vorschlag für die Provinz im Norden: “Swansea“.

Hütten

Wenden wir uns gegen Südwesten. Die Hüttener Berge bezeichnen die Endmoränen-Landschaft am westlichen Saum des Altkreises. Es sind dies die Berge, besser eigentlich Hügel, rund um die Siedlung Hütten. Nach Schnellbrüten legte meine innerliche Sprachglucke mir folgendes Ei ins Nest: “Hutten Hills“. Auch das klingt mir, als grenzte es an den Sherwood Forrest und bekannter Raub- und Raufbold, grünhütiger und gutgütiger Robin Hood sei dessen Hüter. Jedem Engländer tut sich hier das Herz auf.

Dänischer Wohld

Wald und Wälder vermutet man hingegen in den südlichen Marken, dem so genannten Dänischen Wohld. Mit dem Vorurteil geschlagen, der Begriff “Wohld” sei dem hochdeutschen Wald zuzuordnen, könnte man mit einem Schlenker über das Mittelhochdeutsche “Widu” bei dem Lautgemälde “Danish Woods” landen. Das zumindest täte ein großartiges, inneres Bild in einem auf. In diesem Falle bin ich allerdings zwischen zwei Abwandlungen, dem eben genannten “Danish Woods” und dem des “Danish Wold” hin- und hergerissen. Das Englische “wold” bezeichnet nämlich eine “hügelige Landschaft”. Nun, ist es eher der Wald, den Eckernförde gegen Süden hat oder ist es eher das “südöstliche Hügelland”? Da ich vermute, dass das letztgenannte “wold” sprachwissenschaftlich treffender wäre, ringe ich mich in meinem Vorschlag, auch wenn der Blick auf die Altenhofer Steilküste eher Wald und Wäldchen in mir entstehen lassen, für “Danish Wold” durch, würde mich einer näheren Erörterung gegenüber aber offen zeigen.

Dies also meine gesammelten Vorschläge zum sprachlichen Stadt- und Landschaftsmarketing. Kaum wird davon etwas per Federstrich Gesetz und allgemeiner Gebrauch werden, ich denke aber, dass sich mit der Zahl derer, die sich dieser englischfreundlichen und, vielleicht etwas hochtrabend formuliert, sich weltöffnenden Namensgebung in allem Englischsprachigen bedienen, sie Einzug in den auch amtlichen Sprachgebrauch finden möge (cwi).