Begebenheiten

Wordcamp 2008: Gutes muss man loben

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Wir hatten es an dieser Stelle angekündigt, nun wollen wir auch kurz berichten: vom sogenannten Wordcamp 2008 im Hamburger Stilwerk. Es ging um die Blog-Software Wordpress, ums Bloggen an sich und darum, mal rauszukommen und neue Eindrücke zu gewinnen. Fazit: unser Waschzettel für die nächsten drei Monate ist randvoll mit Kleinerem und Größerem. Teils waren es layouterische Anregungen, teils aber auch inhaltliche. Nett war das Treffen mit Frank H., der den Selenter Blog betreibt,  mit Markus Z. aus Stavanger und auch David aus der Nähe von Leipzig. Hanseatisch stilsicher wurden wir empfangen, conferenciert und kuliniert. Auch die weltweit erste Barcamp-Blog-Lesung war der Hit. Neben anderen trat hier mit Original Kieler breitdeutschem Slang auf: MC Winkel. Der Barcamp-Preis in der Kategorie Spezialanwendungen 2008 geht an: Hamburg! (cwi)

Nu op See, un denn keen Schipp…

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… pflegte min Grootvadder bei solch ungestüm schaltenden Windsgewalten zu sagen. Selten hat man die Wolken so rasend schnell über den Strand ziehen sehen. Ein Sturm mit teilweise Orkanböen fegte am gestrigen Freitag Werbeschilder und Müllsäcke durch die Gassen: Warmer, windriger Winter das. Laut Ecktownianischer Zeitung haben Polizei und Feuerwehr aber keine besonderen Vorfälle zu berichten gehabt (cwi).

Wie vor hundert Jahren

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Die Hitliste der Namen im Geburtenregister 2007 der Stadt Eckernförde liest sich nach einer Mitteilung der Stadt wie eine von annodazumal: Bei den Deerns führen Marie (31x), Sophie (19x) und Ida (12x) die Statistik an, bei den Jungens sind es Jan (14x), Leon (12x) und Johannes (11x). Bis auf Leon sämtlichst Klassiker in unseren Gefilden. Wie kommt’s? Eine Sehnsucht nach dem Alten, Schönen, Wahren, Guten? (mqs)

Wat ‘n Wanderwunderwetter

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Strandspatziergang in Eckernförde

Die Nachricht des Tages war so unspektakulär wie atemberaubend: Mittwinterliches Kaiserwetter zog hunderte Spatziergänger an die Gestade des Baltischen Meeres. Niedrigwasser gab Sandbänke frei, Tang markierte das letzte Hochwasser und die See blänkerte wie frisch gewienert. Bilderbuchwetter. Herzaufgehwetter. Heldenzeugewetter.

Mit Sonne und Schein beschäftigt sich auch eine “lütte plattdütsch Passage” von Bübi Gerdau, die wir hier mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentlichen (cwi).

Sünnenschien.

Sünnobendmorgen, de Sünn wölter sik so warm un glösend ut de blanke See, dat mi dat Hart ganz wiet wör. Se schien mi totoropen: “Kumm min Jung, kumm, sett di int Boot un fohr mi entgegen. Wi ward een schöne Dag miteenanner verleven. Kumm, kumm man to”! Ik kunn ni wedderstohn, mokte min “Goldbütt” klor un dreih de Bug noh Oosten. Eerst as ik an de Kranzfelder-Hoben vörbi weer, wies sik uns eckernförder Bucht vun eer ganze Stoot.Blank dat Woter int rote Licht indüükert, nur af un an mol een ruusige Stell, wo sik dat Woter in sülverne Striepen opdeel. Backboord un Stüürboord de Steilküsten mit eer hellbruune Fööt un de sattgrööne Mützen. Dörch de Bööm lüch de goldgeele Raps un liesen plätscher dat Woter an de Bordwand. Meist heff ik mi schämt, düsse Innigkeit, mit de Krach vun min Motor to stören.

Min “Goldbütt” wull aver wieter. Vörbi an Hohensteen, Korlsmind, Ludwigsburg un Korlsburg, wo de dooden Bööm hölplos eer Twiegen in Heben streckt. Bi lütten weer de Sünn hoch noh Süden wannert un ik föhr eer achteran Richtung Suurendörp. Immer noch weer de See glatt un blank as een Speegel. Nur liesen leep dor een Grundsee op, de dat Boot ganz sacht op un dol schaukeln leet. De ganze Tied har ik ni eenmol noh achtern keeken, jümmer nur vörut.

Doch as mi mitmol een Windbö dreep, güng min Blick torüch noh Eckernför! Watt ik dor seh, leet min Hart doch swörer slogen. Köhlenrobenswatte Wulken troken op mi to. De Wellen wörn jümmer höger un höger un de Wind pietsch mi int Gesicht! Nu geev dat nur noch eens, Vullgas un torüch! Min “Goldbütt”, man gute dree Meter lang un open, stook de Nääs in de Wellen as wenn he dor meern mang dörch wull. Hoch sprütt dat Woter över de Schief wenn he de Bug in dat Woter stött un he schüttel sik as een natte Koter, wenn he op de Wellen klatsch. Mit eenmol weer dat Gewitter dor! Düüsternis un Regen rundüm. Blos de Blitze mokten de Luft hell.

De Donner heff ik gorni hört, denn de Motor bölk as een Meihdöscher. Nu blos de Kompas holen un ni to dicht ant Land komen. Nu blos nix falsch moken. Jümmer de Snuut in de Wind! Kort bevör ik in de Hoben keem, weer de Alpdroom vörbi. De Wulken reeten op un de Sünn schien warm un unschullig vun de Heben, as wenn nie watt los wesen weer. Eens heff ik dorut lehrt: De Minsch dörf de Natur niemols ünnerschätzen.

Bübi Gerdau

Mehr Plattdeutsches gibt es übrigens auf seiner Homepage zu lesen – und vielleicht das eine oder andere in Zukunft bei uns?

Alles wird platter

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Die Kieler Nachrichten berichten heute über den Austausch der ersten Ortsschilder in Eckernförde. Nächstens sollen sie zweisprachig die Besucher empfangen. Ja, in der Tat: Niederdeutsch gilt unter Sprachwissenschaftlern als eigene Sprache. Eigentlich. Bei dem Kuddelmuddel, was aber in Wirklichkeit gesprochen wird – immer mehr Hochdeutsch ersetzt niederdeutsche Begriffe und auch die Grammatik ist zunehmend die Hochdeutsche – wirkt das ganze aber eher wie ein “possierlicher Marketinggag”. Gute Absichten in Ehren. Sorry. Seit 20 Jahren hab ich kein originales Eckernförder Platt mehr gehört. Das muss mit den Räuchereischornsteinen abgerissen worden sein.

Und, wo wir gerade bei Zweisprachigkeit sind, wo bliebe die dänischsprachige Fassung “Egernførde”? Hat unser freundlicher Bürgermeister dies geflissentlich übersehen oder fürchtet er die Auseinandersetzung darüber? Mal davon abgesehen, dass das entsprechende in Nordschleswig komplett undenkbar wäre – leider –, hätte ich es doch bei den “guten Deutschen” für machbar gehalten: Eckernförde | Eckernföör | Egernførde … und vielleicht noch “Ekelenforda” für die geschichtlich Über-Interessierten? (mqs)

Ich liebe meine Stadt

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Eckernförde Hafen am Heiligmorgen

Feucht-kalt war der Montagmorgen. In diesen dann doch besonderen Stunden des Weihnachtsvormittags nahm ich meine übliche Runde, die nunmehr fußgängerisierte Frau-Clara-Straße abwärts der Hafenpromenade zustrebend. Der bekannte Blick empfing mich: Siegfriedwerft vor Klappbrücke an Fischkutter. So oft hatte ich diese Begrüßungsrunde gemacht, immer wenn ich nach langem wieder zurückgekehrt war. Vor dem Trubel der Beschwerung wollte ich mir noch einmal die Welt um die Nase wehen lassen, als ich von hinten plötzlich den frohen, lauten Satz vernahm “Ich liebe meine Stadt”. Eine Frau mittleren Alters konnte nicht anders, als ihre Begeisterung für’s “Ol’ leev Eckernför’” öffentlichkeitswirksam kund zu tun. Und recht hatte sie. Genau dies spürte ich auch gerade. Bei allem, was man an Kleinheiten aussetzen könnte, im Grund mochte ich diese Stadt an der Förde. Ich möchte mich der unbekannten Dame hiermit anschließen und ihr ein “Frohes Fest” zurufen! Auf eine neues in dieser schmucken Stadt an der Förde (mqs).